„Tendenzen aufgreifen, Handwerk pflegen“

Georg Borngässer ist der Vorsitzende der AG Kommunikation diakonischer Unternehmen, die den Bundeskongress gemeinsam mit der Diakonie Deutschland veranstaltet. Der gelernte Diakon leitet die Unternehmenskommunikation der Rummelsberger Diakonie in Bayern.

Georg Borngässer, Leiter Kommunikation Rummelsberger Diakonie

 

10 Jahre Bundeskongress Kommunikation Diakonie – wie hat das alles begonnen?

Der Vorläufer des Kongresses war sehr viel kleiner und noch ein wenig „hausgemacht“. Die Mitglieder der AG Diakonische Unternehmen haben seinerzeit davon geträumt, dass diakonische Kommunikation einen „echten“ Kongress bekommt. Das haben wir im Laufe der Zeit erreicht. In den vergangenen Jahren kamen mehr und mehr namhafte Referentinnen und Referenten – und was noch wichtiger ist, viele Kolleginnen und Kollegen, die sich bilden und vernetzen wollen. Die Tagung bietet heute professionelle Fortbildung zum kleinen Preis und muss sich vor ähnlichen Veranstaltungen am freien Markt nicht verstecken. Wir versuchen immer, die neuesten Tendenzen der Fachwissenschaft aufzugreifen und ein Forum zu sein, auf dem man sich kollegial austauscht. Gleichzeitig wollen wir gutes Handwerk pflegen. Die Mischung macht es.

 

Welche Bedeutung gewinnt Fortbildung speziell für diakonische Unternehmen und Verbände?

Der ehemalige Online-Chefredakteur der Financial Times Deutschland, Peter Berger, hat auf einem der letzten Kongresse gesagt, es sei davon auszugehen, dass wir künftig immer mehr Mittel für unsere Arbeit bräuchten, gleichzeitig aber der Effekt unseres Tuns immer weniger werden wird. Eine Aussage, die sicher etwas für sich hat, wenn wir davon ausgehen, wie viele verschiedenen Kanäle wir schon bedienen und welche noch dazu kommen mögen. Und genau da hat der Kongress den Anspruch, Mut dazu zu machen, zu unterscheiden, wo setze ich die Ressourcen ein, die ich habe und wo nicht. Wir wissen, dass der Kongress für viele Kolleginnen und Kollegen die einzige Möglichkeit im Jahr ist, sich selbst fortzubilden und sich zu „empowern“. Da unterscheiden sich die Ansprüche diakonischer Unternehmen nicht von denen der Verbände.

 

Was war Ihr persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight ist es immer, die Spannung und Erwartung der Ankommenden am ersten Veranstaltungstag zu spüren, wenn unheimlich viel Energie in der Luft liegt, alle gespannt sind auf den Kongress, sich freuen auf das Neue, die Impulse, das Zusammenkommen und den Austausch. Es ist toll zu sehen, wie sich die gesamte diakonische Kommunikationsgemeinde für den Erfolg einbringt. Stolz bin ich natürlich auch darauf, dass wir in den letzten Jahren kontinuierlich Top-Fachleute gewinnen konnten, die in der Kommunikationszene Rang und Namen haben. Und gerade von diesen herausragenden Expertinnen und Experten bekommen wir sehr schöne Rückmeldungen für „unseren“ Bundeskongress. Sie wollen wiederkommen und bescheinigen uns das ein oder andere Mal, dass Diakonie sich mit ihrer professionellen Kommunikation nicht zu verstecken braucht. Ich freue mich auf die nächsten zehn Jahre!

 


 

10 Jahre Bundeskongress Kommunikation Diakonie

Zehn Jahre ist es her, dass die AG Kommunikation diakonischer Unternehmen  zusammen mit der Diakonie Deutschland die Idee eines verbandsinternen Fortbildungs- und Vernetzungskongresses geboren haben. Diese Idee hat sich als eine gemeinsame Erfolgsgeschichte erfreulich weiterentwickelt, heute ist der Bundeskongress Kommunikation Diakonie aus dem Jahreskalender vieler diakonischer Kommunikationsfachleute nicht mehr wegzudenken.

Vom ersten Tag an hat sich der Bundeskongress auch mit dem Epochenthema der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die PR-Arbeit befasst. Als ein aktueller Gradmesser dieser Entwicklung gilt das Internet 4.0. Der Begriff steht für eine zunehmend intelligentere Vernetzung von Computern, Anlagen, Menschen und Wertschöpfung. Ist dieser technische 4.0-Begriff auf die Unternehmenskommunikation überhaupt übertragbar? Gehören zur Kommunikation nicht unbedingt auch noch Kreativität, Fingerspitzengefühl und politisches Verständnis, also der Mensch, dazu? Wo Abläufe insgesamt it-basierter, schneller und ökonomischer werden, geht es um Prozessgestaltung und Vernetzung, letztlich um die Frage einer zeitgemäßen Aufbau- und Ablauforganisation. Es geht um weiterentwickelte Arbeitstechniken und Fertigkeiten und selbstverständlich am Ende immer um den Menschen, der „nicht nicht kommunzieren kann“. Darum muss bei allen anstehenden Überlegungen und Weiterentwicklungen der Bezug zum diakonischen Menschen- und Wertebild stets leitend sein, unter neuen Bedingungen allerdings auch neu bedacht werden.

 

Digitalisierung und diakonischer Kommunikationsalltag

Welche aktuellen Trends der Digitalisierung bei diesen Reflektionen zu berücksichtigen sind und im diakonischen Kommunikationsalltag heute und in Zukunft eine Rolle spielen können, das ist die spannende Frage, die beim diesjährigen Kongress im Mittelpunkt steht. Nutzen Sie die Chance zum Austausch, die sich Ihnen mit dem diesjährigen facettenreichen Programm bietet. Sie sind eingeladen neue fachliche Impulse mitzunehmen, mitzudiskutieren, diese Tagung mitzugestalten und wertvolle diakonische Netzwerke zu pflegen.

Dazu lade ich Sie herzlich ein, ich danke allen, die sich auch in diesem Jahr so engagiert an der Vorbereitung  beteiligt haben und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Jubiläumskongress.

 

Ihr Pfarrer Ulrich Lilie

Präsident der Diakonie Deutschland